Liebhaber klassischen Designs fühlen sich von je her beim Anblick von McIntosh-Produkten wohl. Die Röhrenvorstufe C22AC wurde erstmals 1963 vorgestellt. Eine McIntosh Legende, die damals technische Eigenschaften beinhaltete, die wegweisend für die HiFi-Industrie waren. Eine außergewöhnliche Line Stage, eine superbe Phonoentzerrung, ein aufwändiger Equalizer mit vielseitigen Einstellmöglichkeiten.
Die inneren Werte dieses Inbegriffs einer Röhrenvorstufe fanden sich - in abermals verbesserter Form - in Gestalt des zum 70-jährigen McIntosh-Jubiläum kreierten Vorverstärkers C70 wieder, der einmal mehr die Fachwelt begeisterte. Den sehr schönen Testbericht aus der hifi&records 03/2020 finden Sie oben unter dem entsprechenden Reiter.
Die C22AC-Vorstufe bietet eine veritable Vollausstattung, die man woanders lange suchen muss. So bietet der C22AC nicht nur symmetrische Ein- und Ausgänge, sondern darüber hinaus sechs Cinch-Hochpegel-Eingänge sowie drei unsymmetrische Ausgänge. Den schon erwähnten Phonotrakt gibt es quasi gleich doppelt, nämlich mit getrennten MM- und MC-Phonobuchsen sowie gleich zwei Erdungsanschlüssen. Phonofans können so zwei Tonabnehmer parallel anschließen und außerdem bequem auf der Frontplatte via Drehschalter kapazitive und ohmsche Belastung anwählen. Allein für MC-Abtaster hält der C22 AC sechs verschiedene Lastimpedanzen einschließlich selten anzutreffender zehn Ohm bereit. Mit 100, 200 und 500 Ohm sollte man dagegen für alle Fälle gewappnet sein.
Und was wäre ein amerikanischer Retro-Amp ohne Klangregelung? Und ohne Loudness-Taste? Genau: Das hätte die Kundschaft damals nicht akzeptiert. Heutzutage heißt es: Nichts muss, aber alles kann. Deshalb sind sowohl die umfangreiche Klangregelung als auch die Loudness-Funktion via Bypass umgehbar.
Der aktuelle C22 AC ist sicher einer der Welt besten Röhrenvorverstärker. Allein schon seine vorbildliche Störspannungsfreiheit lässt feinste Klangdetails viel besser hervortreten und begünstigt die ohnehin mehr als üppigen Dynamikreserven. Dabei baut sich das Klangbild vor einem pechschwarzen Hintergrund auf und suggeriert prachtvoll ausgedehnte virtuelle Räume. Letztlich sind es nur die Tonkonserven, die über den 3D-Klangeindruck bestimmen, wobei der McIntosh nicht dem falschen Ideal eines zu weit nach hinten verlegten, wenig präsenten Klangbilds folgt.